Ein nettes Konzept (I take the drugs, he feels them), verpackt in den seit der heurigen Diagonale in Graz sehr gehypten Film mit den üblichen Verdächtigen der Glawogger-Crew (siehe “Nacktschnecken“), ist Contact High wahrscheinlich ganz witzig für jene Leute, die den Insider-Schmäh verstehen (irgendeinen muss es ja geben), aber für durchschnittliche KinobesucherInnen wie mich, die nicht regelmäßig Drogen konsumieren, ist es vielleicht nicht sooo spannend, zumal im Trailer eh schon alle Gags enthalten sind.
Ewig schad jedenfalls um Georg Friedrich, der wenig genial sein Repertoire im Umherfuchteln mit der Puffn und dem “Bitte-bitte-nicht”-Gewinsel eines autonarrischen Soziopathen der Wiener Provenienz erschöpft. Ich möcht noch was anderes von ihm sehen!
Contact H-h-h-high
2. Mai 2009 von Sandra · Kommentare deaktiviert
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Lloyd Cole & 2 Gitarren
27. April 2009 von Sandra · Kommentare deaktiviert
Wolfgang Kralicek meint, er sei ein verkanntes Genie, was für mich so nicht stimmt: ich erkenne das Genie des coolen, beredten, belesenen Dichters und Depressiven Lloyd Cole seit 25 Jahren an, und der gestrige Abend in der Szene Wien war ein Erlebnis der besonderen Art.
Zuerst gab es langes Warten auf den Meister und Bedauern, dass er in so eine hässliche Gegend kommen muss. Dann Einlass in einen schwarzen Saal, ausgestattet mit Sitzreihen – he, hatten wir nicht für einen Stehplatz bezahlt? Und dann kam er schon, hell gekleidet, irgendwie beim gleichen Friseur wie Morrissey, mit zwei Gitarren, zwei Flaschen Wasser und gegen Ende des Abends irgendwas Alkoholischem von der Regie (oder war es seine Medikation?) – die Stimme jedoch wie immer, erstaunlich, eindringlich, brüchig, gefühlvoll, gehaucht und genau auf den Punkt getroffen, ebenso einstudiert wie die Witze, die sich auch auf dem Live-Album finden, das ich natürlich gekauft habe.
Und seit ich weiß, dass Impossible Girl ein Lied über die Menstruation ist (she calls collect, you cancel everything, Friday she’s not there), gefällt es mir noch besser.
Also empfehle ich allen, die ignorant genug waren, sich Gestern entgehen zu lassen:
Das Folksinger-Album Vol. 2 kaufen und sich in Wien fühlen, unter lauter 40jährigen, die es nicht packen, dass sie noch immer da sind, so vieles nicht mehr (Wählscheibe, DDR, ATS…), aber hier doch eine musikalische Konstante vor ihnen steht, die noch die Lieder von damals spielt und das telephone disconnecten will, der sich bei den jeweiligen PartnerInnen für die Begleitung zum Konzert bedankt (was bei uns nicht notwendig ist!) und dann nachher auch noch wie versprochen alles (außer Körperteile) signiert.
Danke für diesen wunderbaren Abend!
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Steven Patrick Morrissey
9. April 2009 von Sandra · 1 Kommentar
1987 und U. kam den ganzen Tag nicht aus seinem Mansardenzimmer, aus dem durchgehend voll aufgedreht “Strangeways, Here We Come” von The Smiths dröhnten (And people who are uglier than you and I, they take what they need, and just leave), die Welt war dunkelgrau mit ein bisschen Sonnengelb, wir trugen schwarze Kopfbedeckungen und saßen unter den Platanen am Main, der Weltschmerz war unser.
20 Jahre später, Morrissey kommt nach Wien, er wirkt auch nicht mehr depressiv und wird immerhin 50. Und nachdem ich nun schon die Karten für den 11.7. habe, sollte ich mich rechtzeitig auf die Songs des irischstämmigen Engländers einstimmen, dachte ich, und holte die 2004 erschienene “You Are The Quarry” aus der hinteren CD-Reihe. Und siehe da – Morrisey, unglaublich, aber manchmal liegst auch du falsch – der Text gleich des ersten Liedes ist inzwischen nicht mehr aktuell.
Und wie gut, dass es so ist:
In America, the land of the free, they said, and of opportunity, in a just and a truthful way. But where the president, is never black, female or gay, and until that day, you’ve got nothing to say to me, to help me believe.
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