Jim Jarmusch‘ neuer Film macht gute Laune.
Erdige Bilder von Spaniens Stadt und Land vermitteln die Lust am Reisen, seit “Permanent Vacation” ist der Amerikaner der Meister des Road Movies, noch vor seinem Lehrer Wim Wenders, meiner Meinung nach.
Hier ist der Held im Auftrag der subjektiven Realität unterwegs, und “jene, die glauben, dass sie mehr bedeuten, sollten sich mal am Friedhof umschauen”. Er ist schweigsam und ultracool, isst so gut wie nicht, schläft nicht, schwitzt nicht, hasst Handys und Waffen und bestellt immer zwei Espressi gleichzeitig. Außerdem geht er öfters ins Museum und macht es dort wie ich manchmal: ein bestimmtes Bild anschauen und dann wieder rausgehen (besonders gern mach ich das übrigens in der Londoner National Gallery). Sein jederzeit perfekter Anzug ist aus Molekülen, die sich immer wieder erneuern, und die Dinge, die er sieht und hört, bestehen aus Molekülen, in denen frühere Zeiten gespeichert sind. Er trifft Leute, die sich für Musik, Film, die Wissenschaft, Malerei und halluzinogene Drogen interessieren – sie tragen Sonnenbrillen, die die Wirklichkeit verändern. Schliesslich dringt er dank seiner Imagination in die Hochsicherheitszone ein und bringt endlich die zynische alte Ihr-wisst-ja-nicht-was-wirklich-die-Realität-ist-Figur (gespielt vom guten alten glatzköpfigen Bill Murray) um die Ecke, worauf er zurückkehrt in seine Subjektivität: No Limits No Control.
Superbes Kino. “Manchmal weiß ich nicht, ob ich ein Bild geträumt habe, oder ob es in einem Film vorgekommen ist.” Und so ist auch dieser Film ein Traum, und als Traum zu deuten. Wer das nicht tut, wird sich langweilen (wie einige Kritiker, wie ich bereits bemerkt habe). Und wer sich mit Film wirklich auskennt, wird noch mehr Vergnügen haben als ich, davon bin ich überzeugt.
The Limits Of Control
30. Mai 2009 von Sandra · Kommentare deaktiviert
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Ö1 Kulturwandern
18. Mai 2009 von Sandra · 2 Kommentare


Der zweite Ö1-Kulturwandertag wurde heuer auf den Hängen und Plateaus des Bisambergs veranstaltet. Ich lauschte einer Lesung, ansonsten fotografierte ich Wiesenblumen und Insekten, lachte über Kulturmenschen im Anzug zwischen den Wandermenschen mit Rucksack und tw. echten Bergschuhen, trank ein paar G`spritzte an den Heurigenstanderln auf dem Weg und erwarb eine “Wandernadel” in Form des Ö1-Logos.
Kultur und Wandern gehen nicht wirklich zusammen, würd ich sagen. Dennoch ein netter Versuch, bei dem zumindest die Leute zusammenkommen.
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Himmel über Wien
3. Mai 2009 von Sandra · 1 Kommentar

Am Himmel ist nach einer vor ein paar Jahren abgehaltenen Umfrage das beliebteste Ausflugsziel der WienerInnen, auch wenn ich lange Zeit gedacht habe, es sei *nur mein* Geheimtipp. Aber vielleicht bin ich doch häufiger dort als die meisten, weil ich in der näheren Umgebung lebe und auch ohne große Ereignisse zufrieden bin, einfach über die Stadt zu schauen und die Wolken wandern zu sehen…
Beunruhigend allerdings die immer größer werdende Menge von Menschen (vor allem männlichen), die sich in der (heute gesichtet: Feinripp mit Eingriff!) Unterhose ins Gras legen – scheint eine von Berlin herüberschwappende Modeerscheinung zu sein. Aber das nur am Rande.
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