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Rezensionen und Ereiferungen

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The Limits Of Control

30. Mai 2009 · Keine Kommentare

isaachdebankoleJim Jarmusch‘ neuer Film macht gute Laune.
Erdige Bilder von Spaniens Stadt und Land vermitteln die Lust am Reisen, seit “Permanent Vacation” ist der Amerikaner der Meister des Road Movies, noch vor seinem Lehrer Wim Wenders, meiner Meinung nach.
Hier ist der Held im Auftrag der subjektiven Realität unterwegs, und “jene, die glauben, dass sie mehr bedeuten, sollten sich mal am Friedhof umschauen”. Er ist schweigsam und ultracool, isst so gut wie nicht, schläft nicht, schwitzt nicht, hasst Handys und Waffen und bestellt immer zwei Espressi gleichzeitig. Außerdem geht er öfters ins Museum und macht es dort wie ich manchmal: ein bestimmtes Bild anschauen und dann wieder rausgehen (besonders gern mach ich das übrigens in der Londoner National Gallery). Sein jederzeit perfekter Anzug ist aus Molekülen, die sich immer wieder erneuern, und die Dinge, die er sieht und hört, bestehen aus Molekülen, in denen frühere Zeiten gespeichert sind. Er trifft Leute, die sich für Musik, Film, die Wissenschaft, Malerei und halluzinogene Drogen interessieren – sie tragen Sonnenbrillen, die die Wirklichkeit verändern. Schliesslich dringt er dank seiner Imagination in die Hochsicherheitszone ein und bringt endlich die zynische alte Ihr-wisst-ja-nicht-was-wirklich-die-Realität-ist-Figur (gespielt vom guten alten glatzköpfigen Bill Murray) um die Ecke, worauf er zurückkehrt in seine Subjektivität: No Limits No Control.
Superbes Kino. “Manchmal weiß ich nicht, ob ich ein Bild geträumt habe, oder ob es in einem Film vorgekommen ist.” Und so ist auch dieser Film ein Traum, und als Traum zu deuten. Wer das nicht tut, wird sich langweilen (wie einige Kritiker, wie ich bereits bemerkt habe). Und wer sich mit Film wirklich auskennt, wird noch mehr Vergnügen haben als ich, davon bin ich überzeugt.

Kategorien: Film