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Rezensionen und Ereiferungen

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Sicheres Wien

24. Februar 2009 · 2 Kommentare

Wien ist sicher. Man kann Bus und Straßenbahn fahren, sogar U-Bahn. Man kann als Innenministerin mitten in der Stadt ohne Personenschutz Müsliriegel an PassantInnen verteilen. Man kann als Nobelpreisträgerin im 14. Bezirk essen gehen und als Kabarettist im Prater joggen (anders als in Kärnten, wo Kabarettisten zuweilen mit schwerer Körperverletzung bedroht werden).
bankueberfallIn Wien kann einem ab und zu das Handy gestohlen werden (von minderjährigen Kleinbanden geraubt oder unauffällig aus dem Rucksack entwendet, beides sehr gerne in und in der Nähe der U6), aber wir lernen von klein auf, dass sich Verbrechen nicht lohnt, in dieser Stadt schon gar nicht.
Von Banküberfällen wird daher auch bei größter Geldnot abgeraten, sie gelten als undurchführbar und alle Bankräuber würden ohnehin gefasst (weil gefilmt, weil Geld markiert, weil gar kein Geld ausgehändigt, weil Polizei gleich da und überhaupt Sicherheitsvorkehrungen, die man als Normalsterblicher gar nicht kenne, die aber wahnsinnig effektiv seien).
Damit all diese Sicherheitsvorkehrungen aber ihre Berechtigung weiterhin aufrechterhalten können, muss doch ab und zu jemand all diese Warnungen in den Wind schießen und einen Überfall wagen. Zur Motivation, quasi als Appetizer, werden im Internet nun Anleitungen zu erfolgreicher Durchführung gegeben – hier z.B. in Form einer Pressemeldung:

Bankraub in Wien Mariahilf
Am 20. Februar 2009, um 14:16 Uhr, wurde eine Bankfiliale in Wien Mariahilf, Linke Wienzeile überfallen. Der unbekannte Täter legte einen Zettel mit dem Wort „Banküberfall“ auf das Kassenpult. Danach entnahm er aus einem mitgeführten Plastiksackerl eine schwarze Pistole und richtete sie gegen die Kassierin und sagte zu ihr: “Schnell, schnell, schnell”, woraufhin diese dem Täter aus mehreren Laden Banknoten übergab. Der Täter verstaute das Bargeld in dem mitgeführten Plastiksackerl und verließ anschließend die Bankfiliale. Eine Fluchtrichtung ist nicht bekannt. Durch den Überfall wurde niemand verletzt.

(Presseaussendung der Bundespolizeidirektion Wien)

Kategorien: Orte · Paranoia

2 Antworten bis jetzt ↓

  • 1 Jann // 6. März 2009 at 01:50

    I think there was a bank incident on Mariahilferstrasse, a hostage situation, about two years ago. Is that not true?

    But it does seem that when a crime is committed, particularly an unusual one, (I mean something that most people wouldn’t think of themselves), the media gleefully provide all the details, as if giving instructions to the next person. It works the other way too. When the police catch a wanted criminal through some trickery or stratagem, the details are provided, making the ploy less likely to work in the future. This all works in favor of the criminals, and I have never understood it. A disadvantage of having a “free press”? Or are people just dumb?

  • 2 Sandra // 6. März 2009 at 12:20

    Ja, es gab einen spektakulären Banküberfall auf der Mariahilfer Straße, aber der Täter wurde noch in der Bank gefasst, nach einigen Verhandlungen.
    Ein Reporter einer Tageszeitung hatte übrigens während der Geiselverhandlungen in der Bank angerufen, um ein Interview zu bekommen. Damit hat die sog. freie Presse einige Leben aufs Spiel gesetzt.