

Der Auftritt von Kettcar heute Abend in der Arena verlief wie ein Klassentreffen. Ungefähr gleich alte Leute (Frontman Marcus Wiebusch ist heuer 40 geworden) stehen in schwarzen Hemden auf der Bühne, die fast die halbe Zeit hell erleuchtet ist, es wird geplaudert, geschleimt, ehrlich auf Wien geschimpft und für das morgige Tomte-Konzert ein Streich ausgeheckt. Die Burschen sind authentisch, vertragen keinen Widerspruch (”Was glaubt ihr zwei denn, warum ich ein Mikro hab und ihr nicht?”) und freuen sich sichtlich über die begeisterte Fan-Gemeinde, die da jedes Wort auswendig kennt und keine Aufforderung zum Mitsingen braucht. Besonders für den “Balkon gegenüber” liefert die Band dem Publikum nur die musikalische Begleitung, den Gesang erledigt es selbst.
Auch sonst bekommen wir hauptsächlich die Klassiker zu hören, vom neuen Album “Sylt”, das heuer wieder mehr des gleichen auf den Markt brachte, wird nicht viel umgesetzt, sind doch die kraftvollen Lieder schon früher veröffentlicht worden: “Landungsbrücken raus”, “48 Stunden”, “Deiche”.
Und ganz zum Schluss, nach etlichen Zugaben, werden auch die betrunkenen Mädels hinter mir endlich belohnt mit einem in blaues Licht getauchten “Balu” - ‘Endlich mal etwas, das ich fast versteh’.
Danke Hamburg, danke Mitschüler!
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