Um 13 EUR ergattern wir am Heldenplatz zwei Karten und ein kleines Büchlein mit zig Ausstellungen und Ereignissen, die wir theoretisch in dieser Nacht abklappern könnten. Zuerst ist es nur kalt, dann wird es kalt und sehr voll. Vor dem Eingang zur Albertina stehen die Menschen in einer vielleicht zwanzig Meter langen Schlange dekorativ in geschwungener Linie. In der Secession ist es etwas besser, das Beethovenfries hat doch der eine oder die andere mal schon von der Schule aus gesehen, immerhin ist es warm, vielleicht zu warm. Dann wieder raus in die Nacht, zum Karlsplatz, wo man sich grüppchenweise in einem Käfig für Menschen vom Kran auf 35 Meter hieven lassen und die Aussicht geniessen kann. Mag ich aber nicht, die Gefahr von Einzel- (nämlich meiner) oder gar Massenpanik ist mir zu hoch. Nächstes Highlight wäre die Schokoladeausstellung im Haus der Industrie, das hab ich im Fernsehen gesehen, es gibt alle Arten von Kakaozubereitung und warm und prunkvoll soll es auch sein. Kurz vorher drehen wir wieder ab: Menschenschlange bis ums Eck des Häuserblocks und darüber hinaus. Ich hab mich nicht vorm Louvre und auch nicht vor den Uffizien angestellt, also mach ichs in Wien sicher auch nicht.
Letzte Zuflucht wird also das MAK, das den Durchgefrorenen feine Weinchen und eine große hohe edel bekuppelte Halle bietet, in der man Schmuck tauschen oder Taschen bekleben, aber auch einfach auf einem der weichen Sofas Platz nehmen und Grace Jones oder ähnlich kontrastreicher Musik lauschen kann. Schliesslich besorge ich mir auch noch so einen leuchtenden roten MAK-Stern, den die Verkäuferin am Ohr trägt, und magnetisiere ihn mir auf den Nasenflügel. So ist der Abend, pardon, die Nacht, dann doch noch gerettet.
Lange Nacht der Museen
5. Oktober 2008 · Keine Kommentare
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