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Bosna

22. Oktober 2008 · 1 Kommentar

Schon der Name ist ein Problem — heißt es jetzt “Bosna” oder “Bosner”? Lesen kann man beide Varianten. Mit Bosniern hat es jedenfalls nichts zu tun, und als einmal ein Würstelstand einen teutonischen Anfall hatte und für seine Bosna-Würstchen das Wort “Schüblinge” verwendete, war das auch lange, bevor ein österreichischer Innenminister das Wort in einem wesentlich zweifelhafteren Kontext verwendete. Auch ist nicht jedem Würstelstand ganz klar, was eigentlich drinnen sein sollte. Zum Mitschreiben: zwei dünne, speziell gewürzte Bratwürste, Bosna-Würstel eben, Zwiebel, Senf, eventuell (aber nicht unbedingt) Ketchup, und viel Curry-Pulver. Das ganze in einem länglichen, getoasteten(!) Hot-Dog-Weckerl, wobei ein richtiges Bosna-Weckerl breiter ist als ein Hot-Dog-Weckerl und etwas kürzer.

Tatsache ist: die besten Bosna gibt es im Umkreis von Salzburg. Legendär ist dort der “Balkan-Grill Walter” in der Passage im Haus Getreidegasse 33. Sehr urig, unbedingt besuchenswert. Aber sogar beim Kebab-Imbiss am Salzburger Hauptbahnhof bereiten die dort tätigen Türken Bosna zu, die deutlich besser schmecken, als alles, was 100km weiter östlich unter diesem Namen angeboten wird.

In Linz gab es mal gute Bosna, aber die ganzen Würstelstände, wo man die bekam, haben inzwischen zugesperrt (allen voran der etwas herbe beim ehemaligen Passage-Kaufhaus), und alles, was es heute gibt, ist ein müder Abklatsch. Aber immer noch besser als alles, was 100km weiter östlich unter diesem Namen angeboten wird.

Tatsache ist nämlich auch, dass es östlich der Enns einfach nichts mehr gibt, was den Namen “Bosna” auch nur annähernd verdient. Und was macht man als in Wien ansässiger ausgewanderter Oberösterreicher, der in der Nähe von Salzburg aufgewachsen ist? Man leidet. Und man versucht verzweifelt, einen Würstelstand zu finden, bei dem eine halbwegs akzeptable Version von Bosna verkauft wird. Ich versichere Ihnen: es ist ein langwieriger, schmerzhafter Prozess.

Folgende drei Würstelstände habe ich gefunden, deren Bosna-Variante tatsächlich annehmbar geschmeckt hat, und ich empfehle sie hiermit weiter:

  • Der Würstelstand bei der Stadtbahnstation Währinger Straße-Volksoper, beim stadtauswärtigen Ausgang aus der Station.
  • Der Würstelstand an der Kreuzung Albertgasse/Josefstädter Straße, dort wo sich die Straßenbahnlinien 2 und 5 treffen. Der jüngere, gesprächigere der beiden Verkäufer hat nach eigenen Angaben früher in einem Salzburger Würstelstand gearbeitet und kriegt die Bosna sehr passabel hin.
  • Der Würstelstand bei der U3-Station Ottakring, unter der U-Bahn-Brücke, gleich bei der stadteinwärtigen Straßenbahnstation der Linien 2 und 46. Verweigern Sie hier aber die Variante mit der großen Bratwurst und verlangen Sie zwei kleine.

Überall sonst können Sie die Bosna in Wien ziemlich vergessen. Und je heller das Leuchtschild mit der Aufschrift “Bosna” Ihnen entgegenleuchtet, umso schneller sollten Sie die Flucht ergreifen.

Kategorien: Essen + Trinken · Orte

1 Antwort bis jetzt ↓

  • 1 Jann // 29. Oktober 2008 at 20:50

    Even though I suspect that this might be a bit spicy for me, reading about it makes my mouth water. But I’ll have mine without the ketchup, please. I don’t like ketchup.

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