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DARUM

21. April 2008 · Keine Kommentare

Gestern Kino.
Laut Regisseur Harald Sicheritz ein Film “über Fanatismus”. Wenn er das nicht gesagt hätte, würd man’s allerdings nicht merken.
Das Thema, das sich durch den Film zieht, ist vielmehr “schreiben Sie nichts, wovon Sie nichts verstehen” (der Rat an einen sich an Romanen versuchenden Journalisten - etwa autobiographisch?). Einerseits nämlich Psyche: Irgendwas von “deprimiert” oder “depressiv” - Wortgewichte das, die den Prozess tatsächlich mords beeinflussen können. Konokarten
Und Milieunähe andererseits, weil ja so ein leiwander Polizist wie z.B. der Düringer (der auch nur noch die “Gell-Sie-stengan-ein-bisserl-auf-mi”-Rolle kann, oder war das immer schon so?) immer eher ein Haberer als dienstbeflissen ist, das sind nur die faden Neulinge. Und auch die nette, zwar ebenso bissi deprimierte (oder gar depressive?) Justizwache - voll ok, korrekt und menschlich bis dorthinaus (fast wie in einem amerikanischen “Meine-Ehre-ist-die-korrekte-Dienstauffassung”- Patrioten-Schnulz), auf der Seite der bisher Unbescholtenen, und natürlich gilt die Unschuldsvermutung! Die blöden bösen Asozialen sind ja ohnehin auf den ersten Blick als solche erkennbar, weil tätowiert, faul und finster dreinblickend. Ja, so ist die Welt wirklich! Vor allem in Wien!
Und natürlich wird man einen “normalen Typen” immer rauszuboxen versuchen, alle werden sich dafür ins Zeug legen, ganz ohne psychiatrisches Gutachten, so ein selbst sich erklärender “Normaler als die Normalen”, also laut Regisseur ja eigentlich Fanatiker, aber leider nicht klar, worin fanatisch eigentlich?
Wobei, einige Kunstgriffe sind schon sehr originell: Die kurzen Einblendungen der mit einem Manuskript (keine digitalen Speichermedien weit und breit übrigens!) tapezierten Zelle (Wahn? Traum? Versteckter Hinweis??) könnten schon vermitteln, dass wir es hier mit einem irgendwie merkwürdigen Menschen zu tun haben (so ungefähr wie der Falco-Clip mit der Zwangsjacke! Symbolisch-diabolisch!), und werden auch regelmässig wiederholt, falls irgendwer zwischenzeitlich eingeschlafen sein sollte.

Naja, ich hab das Buch nicht gelesen, also jetzt ist natürlich die Vorlage vermutlich verantwortlich für den Film, und nicht umgekehrt. Aber ist es nicht so, dass man einfach ein paar filmschaffende Freunde braucht, um jegliches Werk verfilmen zu können? Nämlich im Sinne von “jetzt kannst das nächste Mal wieder über was schreiben, was du wirklich erlebt hast, Daniel”.

Kategorien: Film

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