17. September 2009 von Sandra · 4 Kommentare
Dieser Blog, das Bloggen an sich langweilt mich inzwischen. Nach 8 Jahren – so lange blogge ich schon, und in den ersten 3 Jahren täglich – wohl kein Wunder.
Privates im Netz zu erzählen, zuerst komplett kryptisch, dann nur noch anonym, gegen Ende immer unpersönlicher und unengagierter werdend, hat sich ausgereizt… Auch das Löschen all der Spam-Kommentare im Backend ödet mich an…
Also sag ich mal Ba-ba, Auf Wiederlesen und lasst mich wissen, was ihr so schreibt – gern kommentiere ich es dann :-)
Kategorien: Allgemeines
11. Juli 2009 von Sandra · Kommentare deaktiviert
Aus einem Spex-Interview vom März des Jahres:
Also war früher doch alles besser?
“In meiner Jugend war Musik trotz aller gesellschaftlichen Vorbehalte etwas Besonderes, für das du dir bewusst Zeit genommen hast, um es zu genießen. Und du musstest lange nach anderen Menschen suchen, die diese Liebe teilten und dieselben Bands hörten wie du. Wir diskutierten über Musik, wir nahmen sie ernst. Demgegenüber hat die Musik heute viel von ihrer identitätsstiftenden Kraft verloren….”
Genau. Früher ging man in ein Konzert und stand im Dunkeln, umgeben von anderen Fans, man ließ sich auf die Musik ein und zollte den InterpretInnen 1-2 Stunden lang Respekt.
Heute im Gasometer war die Stimmung eher wie auf einer Party: alle zwei Minuten zwängte sich jemand mit bis zu drei vollen Bierbechern an einem vorbei, dann wieder zwängten sich die selben zum Klo und retour. Dazwischen wurde gequatscht, gelacht, weiter weg Stehenden Zeichen gegeben, gesimst, fotografiert, das ganze Programm.
Frage: Warum bleiben all die Hyperaktiven, die es keine Minute ohne Bierglas in der Hand aushalten und sich auf nichts länger als 3 Minuten konzentrieren können, nicht schön daheim, sparen sich die rund 35 EUR für den Eintritt, kaufen sich irgendwann die Live-Auftritt-DVD, betrachten diese ohne Ton, plaudern, essen Chips und trinken Bier, was das Zeug hält, und dabei könnten sie auch noch gemütlich chatten und simsen ohne dass sie wer so böse ansieht wie ich heut. Wär doch die bessere Alternative für alle, oder?
Andererseits hat der gute alte Herr auf der Bühne auch nicht gerade zur gesteigerten Konzentration beigesteuert. Starallüren hin oder her, jemand, der sich 2x umzieht während einer Stunde, dauernd dem Publikum den Rücken zudreht und das ganze mit einem (in Zahlen: 1) Zugabe-Song quittiert, verdient vielleicht nicht, dass man sich wirklich voll auf ihn konzentriert?
Abgesehen davon ist das Gasometer ohnehin eine Zumutung: schlechte Lüftung, nervige Security, Bars an allen Ecken und Enden und dann auch noch komplett übersteuerter Sound, vor dem schon im Vorfeld gewarnt wird (“Benützen Sie Lärmschutz – Ohropax an der Garderobe erhältlich!”).
Eher keine Empfehlung.
Kategorien: Leute · Musik
4. Juni 2009 von Sandra · Kommentare deaktiviert
Wenn man schon im Rhythmus bestimmter Lieder des gleichen Albums träumt und dann dazu aufwacht, wird es bedenklich: möglicherweise hab ich Kreisky zu oft gehört in den letzten Tagen (”Meine Schuld, meine Schuld, meine große Schuld“).
Insbesondere “Dow Jones” (Wann kommen wir endlich heim?) und “Asthma” (Du wirst es nicht glauben, aber seit du weg bist, ist mein Asthma so gut wie verschwunden), aber auch “Glitzer” (Zuerst waren wir noch König und Königin von Bibione) wirft mich um.
“Die dummen Schweine” ist für mich allerdings ob seiner Mysogynie fast unhörbar, wobei das Verhältnis des Autors zu den Frauen eh irgendwie unreif wirkt – das ist beängstigend und faszinierend zugleich: soviel Energie, wie diese persönlichen Disharmonien generieren, kann nicht gleichgültig lassen.
Und dann denk ich an den Aufritt, den wir nur zufällig in Erwartung von Kettcar gesehen haben, “Die Band heisst Kreisky” hieß es, und dann ging es los, 4 Typen in dunklen Anzügen spielten ihr ureigenes Zeug, ohne Rücksicht auf irgendwen, am wenigsten sich selbst. Der Sänger exaltiert wie Falco anno dazumal, verrenkte seine Hände, zuckte und gab sich seinem geifernden Zynimus hin – genial. Umso erstaunlicher, wie wir ihn dann im Radio bei einem Iterview hörten: klang völlig normal, wie so ein netter Nachbar.
Also nochmal: faszinierend.
Und kann man so eine Band überhaupt zu oft hören?
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Kategorien: Leute · Musik